Portweinpflaumen mit Rehschinken
Hallo Leute,
Wenn ihr, wie ich, Schinken im Stück kauft, dann kennt ihr sicherlich das Problem: Am Ende bleibt immer der „Knust" übrig. Was also tun? Das Fleisch weiter auf der Aufschnittmaschine zu schneiden, könnte im schlimmsten Fall die Fingerkuppen kosten. Wegwerfen? Niemals! Man kann es zum Beispiel als Geschmacksgeber in einem Eintopf verwenden oder zu feinen Schinkenwürfeln verarbeiten.
Schinken vom Reh ähnelt vom Aussehen her dem Rinderrauchfleisch. Mit der Zeit trocknet das Fleisch immer weiter ein, das Aroma intensiviert sich – dafür wird der Schinken aber auch zunehmend bockelhart. Das Endstück, das ich daheim hatte, ließ sich kaum mehr schneiden. Darum habe ich das Fleisch kurzerhand abgeschabt und über Portwein-Pflaumen gegeben.
Damit lässt sich auf der Vorspeisenplatte schon richtig Eindruck schinden – und das ganz im Sinne einer Tradition, die selbst eine kleine Geschichte hat.
Die Stehparty, wie wir sie heute kennen, hat ihre Wurzeln im Cocktailempfang des frühen 20. Jahrhunderts.
In den 1920er-Jahren entstand in den USA, mitten in der Prohibitionszeit, die Idee, sich nicht mehr formell an einen Tisch zu setzen, sondern stehend, mit einem Drink in der Hand und kleinen Häppchen, gesellig beisammenzustehen. Die Häppchen mussten dabei eines können und zwar mit einer Hand zu essen sein, während die andere das Glas hielt. Genau aus dieser Notwendigkeit heraus entwickelte sich die Kunst der kleinen, raffinierten Vorspeise. Ein Erbe, das bis heute auf jeder gelungenen Vorspeisenplatte weiterlebt, wie z,B. durch diese kleinen Portweinpflaumen.

Fotos: K. Exler, HnC
Ihr benötigt:
frische Pflaumen
ein Stück Roquefort oder anderen Blauschimmelkäse
ein Stück Brie
sehr trockener Schinken vom Reh
trockener roter Portwein z.B. Ruby Port
reichlich Schnittlauchröllchen
Die Pflaumen waschen, trocknen und entkernen. Dabei die Frucht nicht durchschneiden. Die Hälften sollen aneinander bleiben.
Pflaumen in eine Schüssel geben und esslöffelweise Portwein darübergeben. Das ganze ca. 30 Minuten ziehen lassen.
In der Zwischenzeit Roquefort und Brie in kleine Würfel schneiden und zu gleichen Teilen vermischen. Wer mag, kann vorher den Roquefort ebenfalls in Portwein marinieren, muss aber nicht.
Mit Hilfe eines kleinen Teelöffels die Käsemischung in die Pflaumenhälften füllen .
Die Schinkensplitter darüber geben, mit Schnittlauchröllchen und einer Prise geräuchertem Paprikapulver bestreuen.
Wir sehen uns - Draußen!




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