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Bulette

June 9, 2019

Hallo Leute,

 

wenn ihr aus einer eher ländlichen Gegend oder auch aus einer Vorstadtstruktur mit ebendiesem Charakter kommt, dann kennt ihr die Nähe von Kirche und Kneipe.

In meinem Heimatdorf stehen sich beide gegenüber ... so nah, dass ein Sprichwort entstehen konnte: die Kirche war so voll, die Leute standen bis an die Theke!

 

Zu dieser besonderen Theke gibt es eine Geschichte: Zu jeder ordentlichen Kneipe gehört ein Mütterchen in einer Kittelschürze ... nennen wir sie Käthe ... die Berge von Kartoffeln in Rekordzeit schälen kann, die Frühschicht am Tresen übernimmt und morgens um acht Buletten brät. Dieser Klops auf die Faust ist anders als die anderen, denn er schmeckt nicht nur morgens früh, wenn er frisch aus der Pfanne kommt. Nein, auch am Abend (natürlich mit einer Haube abgedeckt, aber immer noch vom Morgen!) finden sie ihre Fans. Das Erstaunliche ist, dass Käthe's Buletten immer luftig und nie hart sind (wir schieben jetzt mal die Fragen über Lebensmittelhygiene, die sich hier aufdrängen beiseite) ... es ist der perfekte Klops für ein Picknick oder einfach zum Vorkochen.

 

Das in eine Bulette Brot hineinkommt, ist ja allseits bekannt. In diesem Fall ist die Menge aber überraschend. Bei meinen Recherchen musste ich zweimal nachfragen. Und jedesmal wurde mir mit dem Blick der Verschwörung versichert, dass ich richtig gehört habe. Käthe selbst kann ich nicht mehr fragen, denn sie ist schon lange nicht mehr unter uns. Ihre Buletten sind eine Legende.

 

Der Grund sind 10 (!) Weizenbrötchen vom Vortag auf 1 kg Hackfleisch. Das nenne ich kostenorientiertes Arbeiten! Aber es funktioniert. Als eine Verneigung vor Käthe habe ich mich an diesem Verhältnis von Brot zu Fleisch orientiert.

 

Fotos: K. Exler, HnC

Ihr benötigt:

 

300 g Gehacktes vom Reh

3 Brötchen vom Vortag

1 große rote Zwiebel

1-2 gehäufte TL Fleischgewürzmischung

1 Ei

Pflanzenöl zum Braten

frisch gemahlener Pfeffer und grobes Salz

 

Gewürzmischung:

 

10 Pimentkörner

10 schwarze Pfefferkörner

1/2 TL Senfkörner

2 TL Oregano

2 TL Thymian

1 TL Rosmarin

1 TL Bohnenkraut

1 TL edelsüßes Paprikapulver

1 TL geräuchertes Paprikapulver

1 TL Kreuzkümmel

1 TL Knoblauchpulver

1 TL Zwiebelpulver

1 TL Salz

1 TL Roh-Rohrzucker

1/2 TL Zimt

 

Diese Würzmischung reicht ne Weile und passt eigentlich zu allerlei Fleischarten und kann auch als Marinade verwendet werden. Einfach in ein Gewürzglas geben und mit der Zeit aufbrauchen.

 

Als erstes die Brötchen in reichlich Wasser einweichen. Das dauert wesentlich länger als die in vielen Rezepten angegebenen 10 Minuten. Die Brötchen müssen richtig zerfallen und das dauert.

 

In der Zwischenzeit die Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Das Hackfleisch vom Reh in eine Schüssel geben. Dazu kommen die Zwiebelwürfel, das Ei, die Gewürzmischung und Pfeffer und Salz.

 

Die eingeweichten Brötchen kräftig ausdrücken und ebenfalls in die Schüssel geben. Nun die Ärmel hoch krempeln, mit beiden Händen hinein in die Schüssel und alle Zutataten kräftig miteinander vermengen, so lange bis eine homogene Masse entstanden ist. Es sollen sich keine Klümpchen vom Brötchen oder der Rinde wiederfinden.

 

Nun zwischen den Händen flache Buletten formen. Ich konnte aus der Masse 10 Stück vorbereiten.

 

Eine beschichtete Pfanne mit ausreichend Öl erhitzen. Die Temperatur nicht zu hoch wählen, denn die Buletten werden langsam gebraten.

Fleisch in die Pfanne geben und auf der einen Seite anbraten. Das dauert nun eine Weile. Bleibt geduldig. Schaut ab und zu drunter um den Grad der Bräunung zu kontrollieren, aber nicht wenden. Nach ca. 7 Minuten das Fleisch umdrehen und die zweite Seite mit Geduld braten.

 

Bitte nicht zu viele Bulette aufeinmal in die Pfanne geben. Die Temperatur soll nicht abfallen und das Wenden ist so einfacher.

 

Das war's dann auch schon. Diese Frikadellen können sofort auf den Tisch oder kalt gegessen werden.

 

Wir sehen uns - draußen!

 

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