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Projekt: Kochen in der Erdgrube

April 20, 2017

Hallo Leute,

 

heute kamen die richtigen Bedingungen zusammen, um ein schon länger geplantes Outdoor-Cooking Projekt zu starten: Fleisch aus der Erdgrube.

 

Ihr könnt euch denken, daß die Meisten zu schmunzeln beginnen, wenn sie hören, daß man Essen einbuddeln, garen und anschließend wieder ausgraben will. Das geht sicher viel einfacher und schneller im Backofen, nur wo bleibt denn da der Spaß? Details zu Erdgrube findet ihr unter der Rubrik "Feuer und Holz", denn ein Feuer kann auch unterirdisch entstehen und Brandschutz geht über alles!

 

Es hatte einige Tage geregnet, so dass der Boden bis in tiefere Schichten feucht war. Für die Grube habe ich ein Rechteck mit den Maßen 50 cm x 30 cm abgestochen, die Grasnarbe abgehoben und beiseite gelegt.

Nun beginnt der etwas anstrengende Teil. Es muss ein Loch ausgehoben werden, das dreimal so tief ist wie der Topf hoch, der in der Erdgruben versenkt werden soll. Ich habe bis auf 50 cm Tiefe ausgehoben. Das hat eine Weile gedauert.  Anschließend legte ich Backsteine (Ziegelsteine) in die Grube und darauf ein kleiner Stapel Holzscheite.

 

Fotos von K. Exler, HnC

Zum Anzünden benutze ich immer Ökozünder. Das ist mit Wachs getränkte Holzwolle. Ich finde die brennen gut und lange und riechen nicht.

 

Nachdem ein kleines Feuer in der Grube brannte, kamen dickere Scheite aus Buchenholz darauf, denn beim Verbrennen von Buche entsteht eine schöne Glut.

Fotos von K. Exler, HnC

Ich unterschätzte wie schnell ein Feuer auch wieder ausgehen kann. Somit stand ich nach einer halben Stunde im Qualm, es brannte nicht mehr richtig. Ich fand es relativ schwierig, das Feuer in der Grube wieder anzufachen. Ich hing über dem qualmenden Loch, und versuchte mit Anzündern aus dem Schwelen wieder ein Feuer zu machen. Die Augen brannten ganz schön. Nach einigen Minuten hatte ich wieder schöne Flammen und keinen Rauch mehr.

Nach ungefähr zwei Stunden war das Glutbett ausreichend und ich konnte den Topf auf die Glut stellen.

 

Fotos von K. Exler, HnC

Für die Zubereitung benutzte ich einen Bräter mit Deckel aus Emaille. Dort drin befand sich das zuvor gewürzte Hähnchen mit dem Fleischthermometer in der Brust. Mein Problem war, das Gargut  vor der Erde zu schützen. Aus diesem Grund habe ich den oberen Teil in Alufolie eingeschlagen und den Rand zwischen Deckel und Boden mit Alufolie umwickelt.

 

Fotos von K. Exler, HnC

Den Topf stellte ich in die Glut, danach habe ich vorsichtig die Erde darüber geschüttet und das Loch mit den Grassoden abgedeckt. Das Bratenthermometer stand über der Erde. Das Hühnchen sollte 70 Grad über eine längere Zeit halten, damit alle Bakterien abgetötet sind.

 

Fotos von K. Exler, HnC

Leider war nach 30 Minuten das Thermometer ausgefallen. Ich wollte den Topf nicht ausgraben, daher entschied ich mich zur Sicherheit das Huhn länger in der Grube zu lassen. Geplant war eine Garzeit von zwei Stunden, aber es wurden dann doch drei daraus.

 

Das Ausgraben war etwas umständlich, denn die Folie war durch das Gewicht der Erde verrutscht. Es sah so aus als würde Erde in den Bräter kommen können. Ich habe den Topf vorsichtig freigelegt und herausgehoben. Der Rand vom Deckel war mit Erde verschmutzt.

 

Fotos von K. Exler, HnC

Ich reinigte den Topf so gut es ging und nahm das Oberteil herunter. Ein wenig Erde lief hinein. Ich konnte also den Saft, der beim Garen entstanden war nicht nutzen, aber das Hühnchen selber blieb sauber.

 

Fazit: das nächste mal den Topf komplett in Folie einschlagen und die Erde lockerer darüber legen.

 

Fotos von K. Exler, HnC

Das Hühnchen wurde zerlegt und auf einer Platte angerichtet. Hier konnte ich sehen, dass es richtig durchgegart war. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte ich es im Ofen fertig schmoren müssen.

 

Das Ergebnis war ein zartes und saftiges Stück Fleisch mit einem ungewöhnlichen Aroma. Absolut empfehlenswert.

 

Fotos von K. Exler, HnC

Wir sehen uns - draußen!

 

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